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Björn: Von Pflegefamilien und Schulden zu einem selbstbestimmten Leben

Von schwierigen Familienverhältnissen und Schulden zurück ins Leben: Björn erzählt, wie er 2007 neu startete und seitdem finanzielle und persönliche Freiheit lebt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorher: Pflegefamilien, schlechte Schulnoten, neun Jahre Bundeswehr, danach Schulden.
  • Wendepunkt: Eine Veranstaltung, zu der ihn sein Sponsor fast überreden musste.
  • Heute: Seit 2008 hauptberuflich, entscheidet selbst, wann und mit wem er arbeitet.

Transkript

Leicht überarbeitet: Erkennungsfehler und Wiederholungen korrigiert, nur Vornamen. […] markiert gekürzte Stellen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch hier erfolgreich werden und das Beste aus allem machen kann. Mein Name ist Björn, und ich denke, meine Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür.

Ich komme aus komplizierten familiären Verhältnissen. Meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Unsere Mutter hat sich bis zu meinem achten Lebensjahr um die Erziehung gekümmert. Danach ist sie so schwer erkrankt, dass sie das nicht mehr konnte. Zwischen meinem achten und vierzehnten Lebensjahr bin ich durch Pflegefamilien geschoben worden. Entsprechend sind meine Schulnoten auf der Strecke geblieben: Ich bin in der ersten und in der dritten Klasse sitzen geblieben.

Dann hatte ich noch ein Erlebnis: Ich musste im Musikunterricht vor der Klasse singen, 20 Kinder, das weiß ich heute noch. Und wer hat am lautesten gelacht? Die Lehrerin. Das hat mich damals so eingeschüchtert, dass ich nie mehr vor Menschen gesprochen habe. Bei mündlichen Prüfungen bin ich nach Hause gegangen und habe die Sechsen kassiert. Auf einem Halbjahreszeugnis hatte ich elf Fünfen.

Am Ende habe ich es meiner ältesten Tante zu verdanken, dass ich überhaupt wieder zur Schule gegangen bin und meine Abschlüsse nachgeholt habe. Leider hatte ich auf dem Abschlusszeugnis zwei Noten, die jede Bewerbung unmöglich gemacht haben: Deutsch 5, Englisch 4. Ich hätte tausend Bewerbungen verschicken können und kein Vorstellungsgespräch bekommen.

Damals musste man noch neun Monate zur Bundeswehr. Ich sage ehrlich, ich wollte nie hin. Und wie das Leben so spielt, sind aus diesen neun Monaten neun Jahre geworden. Dieser Beruf war für mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich habe dort gelernt: Das Glas ist halb voll, nie halb leer. Es gibt immer einen Menschen, der einen schwereren Rucksack trägt als du. Wenn du in eine Schule kommst, in der zwei kleine Mädchen anfangen zu weinen, nur weil du eine Uniform trägst, dann lernst du dein Leben wieder zu schätzen und wirst demütig vor dem, was du hast.

Das Geschäft habe ich 2005 über meinen alten Beruf kennengelernt. Ich bin damals gestartet, aber nicht durchgestartet. Zwei Jahre war ich mehr oder weniger nur Kunde. In dieser Zeit habe ich sehr viele Schulden aufgebaut. Ich bin noch einen alten Jaguar gefahren, British Racing Green, richtig cooles Auto, leider in den Graben gefahren. Ich konnte mir nicht mal die Reparatur leisten. Wenn du dann in einer Stadt wie Celle, wo dich jeder kennt, mit dem Fahrrad durch die Stadt fährst: Ich habe mein Leben wirklich gehasst und nach Auswegen gesucht.

Dann habe ich wieder Kontakt zu meinem Sponsor Benjamin aufgenommen und mich ehrlich gesagt lustig gemacht: „Wie sieht es aus? Pulver in Dosen? Bist du schon Millionär?“ Und er hat gefragt: „Björn, meinst du das überhaupt ernst?“ Damals wusste ich nicht, was dieser Satz bedeutet. Heute weiß ich es. Er sagte: „Morgen um 11 Uhr ist eine Veranstaltung in Oldenburg, sei pünktlich da.“ Welcher Mittzwanziger hat Lust, samstags um 11 Uhr auf eine Veranstaltung zu fahren? Ich habe mir Ausreden überlegt. Er hat mir sogar eine Mitfahrgelegenheit organisiert, damit ich überhaupt hinkomme.

Diese Veranstaltung hat im Grunde mein Leben verändert. Der Faden im Leben ist oft ganz dünn. Da war ein Unternehmer, der pleitegegangen war und erzählt hat, was er sich hier aufgebaut hat. Und da sind wir beim Thema Bauchgefühl: Ist es gut, informiere ich mich weiter. Ist es schlecht, ist es meistens nicht das Richtige für mich. Mein Bauchgefühl war gut. Ich habe mir mehr Menschen angeschaut, die das erfolgreich machen, und mir gesagt: „Björn, das kannst du auch.“

2007 bin ich richtig gestartet, seit 2008 mache ich dieses Geschäft hauptberuflich. Seitdem hat sich mein komplettes Leben gedreht. Ich habe finanzielle und persönliche Freiheit. Keiner sagt mir mehr, was ich wann tue und mit wem ich arbeite. Das ist extrem hohe Lebensqualität. Und ich glaube: Wenn du dieses Geschäft mit Vertrauen und Liebe machst und dich wirklich für Menschen interessierst, dann ist es das Beste, was dir im Leben passieren kann.

Persönliche Erfahrung. Ergebnisse sind individuell und hängen von Einsatz, Zeit und Routine ab. Es gibt keine Einkommensgarantie.

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